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Bonuskapitel Ungewollt Gefangen

Zwei Jahre später


Bara


Aufgeregt betrete ich das Haus, mein Herz scheint wild gegen meine Brust zu hämmern. Schmetterlinge tanzen lebhaft Salsa in meinem Bauch, und ich fühle, wie meine Hände den Umschlag regelrecht zerquetschen. Wird er sich freuen? Natürlich wird er das, da bin ich mir sicher. Ein warmes Gefühl durchströmt mich, als ich das fröhliche Lachen von Hira höre. Mit ihren vier Jahren ist sie ein wahres Energiebündel und ein echtes Plappermaul. Tränen sammeln sich in meinen Augen, während ich darüber nachdenke, welche tiefgreifende Verbindung Riyad und ich zu Hira teilen.


»Du musst die Tasse so halten, Baba!«, ruft sie voller Freude.


»Ah ja? Denkst du, so sollte es sein?«, höre ich Riyads tiefe Stimme.


Was machen die beiden da?


Mit einem breiten Grinsen betrete ich das geräumige Wohnzimmer mit den bodentiefen Glasfenstern, nachdem ich den Umschlag im Flur auf der Kommode abgelegt habe. Ein lautes Lachen entfährt mir, als ich Riyad sehe, der auf einem kleinen rosa Tisch und einem herzförmigen Stuhl sitzt und sich förmlich die Seele zerquetscht. Dabei trägt er ein weißes Tütü über die graue Jogginghose und eine Fülle von Perlenschmuck. Nicht zu vergessen die Prinzessinnenkrone, die ihm Hira gerade aufsetzt. Die beiden blicken zu mir herüber, und Hiras Gesicht strahlt vor Freude wie die Sonne. Als sie auf mich zurennt und ich mich bücke, um sie in meine Arme zu schließen, spüre ich, wie mein Herz vor Glück schmilzt. Denn dieses Kind hat mich jeden Tag dazu gebracht, stark zu bleiben, und es hat sich gelohnt.


»Ich habe dich so vermisst, Mama«, flüstert sie und drückt mir einen zarten Kuss auf die Wange. Ich streiche ihr liebevoll durch die dunklen Haare und küsse ihre kleinen Hände.


»Ich habe dich auch so sehr vermisst, meine kleine Rose.«


Riyad beobachtet uns, steht auf und auch in seinen Augen funkeln Freude und Liebe wie Diamanten. Ich schmelze dahin, denn kein Tag vergeht, an dem ich nicht noch mehr in ihn verliebt bin, ihn noch mehr liebe. Er ist einfach alles für mich.


»Kriege vielleicht auch ich eine Umarmung?«, brummt er scherzhaft und verschränkt die Arme vor der Brust.


Lachend gehe ich auf ihn zu. Es ist einfach, zu komisch anzusehen, wie dieser breite,1,95m große Mann mit Tattoos in einem tanzenden Tütü aussieht.


Als ich ihm einen Kuss geben möchte, bemerke ich den blauen Glitzernagellack auf seinen Fingern und muss erneut vor Lachen fast platzen. »Warum lachst du denn, kleine Hexe?«, fragt er grinsend.


Auch Hira grinst stolz und zeigt auf ihr Kunstwerk. »Ich habe Papa die Nägel lackiert, siehst du nicht, wie schön sie glitzern?«


Ich drücke ihr einen Kuss auf die Schläfe. »Das sieht wirklich toll aus. Scheint, als hättet ihr beiden jede Menge Spaß zusammen, hm?«


Hira kichert und streckt die Arme aus, um von Riyad aufgehoben zu werden. Liebevoll nimmt er sie mir ab und gibt ihr einen Kuss auf den Haaransatz. Dieser Anblick lässt mein Herz vor lauter Glück beinahe überlaufen. Die Emotionen, die sich in mir aufgestaut haben, brechen wie ein Lauffeuer aus, und ich schluchze vor lauter Freude, weil dieser Moment der schönste ist, den ich je erlebt habe. Weil das Leiden vorbei ist. Für immer.


Hira schaut erschrocken zu mir, doch Riyads Gesichtszüge werden sanft, bevor auch er mich in den Arm nimmt.


»Was ist denn los, Mama?«, haucht meine Tochter.


»Ah, alles ist gut, Tinkerbell. Deine Mama ist einfach ein Gefühlsbündel«, erklärt er ihr liebevoll.


»Eine Heulsuse«, fügt er augenzwinkernd hinzu.


Schniefend schlage ich ihm auf die Brust und lache dann im nächsten Moment. Ja, diese Eigenschaft habe ich nie ablegen können und möchte es auch nicht. Denn es ist jede einzelne Träne wert, für diesen Mann zu vergießen. Für diese kleine Familie, die nur mir gehört und mein Zuhause ist. Ein Zuhause, das ich mein Leben lang gesucht habe.




»Wow, sie hat wirklich eine Menge Energie. Ich musste ihr vier Mal 'Tinkerbell' vorlesen, bis sie endlich eingeschlafen ist. Und kannst du mir mal verraten, warum Nagellack so hartnäckig ist? Das hat echt gedauert, weiße Rose«, erzählt er erschöpft, während er sich nach dem Entfernen des Nagellacks auf das Bett wirft. Kichernd lege ich das Buch zur Seite und kuschle mich an seine nackte, muskulöse Brust. Riyad zieht mich enger an sich und haucht mir einen Kuss auf die Schläfe.


»Hira ist das schönste Geschenk, das du mir machen konntest, Bara«, flüstert er liebevoll, und mein Herz pocht vor Aufregung. Gott, ich bin so verdammt verliebt und aufgeregt, denn das, was ich ihm gleich beichten werde, wird ihn umhauen.


»Ja, Hira ist wirklich etwas ganz Besonderes«, beginne ich sanft. Er grinst. »Riyad, ich muss dir etwas erzählen«, sage ich, und er blickt fragend zu mir auf. Tief atmend richte ich mich auf, und mein Ehemann tut es mir gleich. »Was ist los, Baby?«, fragt er neugierig, und ich spüre die Wärme seiner Liebe.


Es wäre das erste Mal, dass er eine Schwangerschaft erleben würde. »Ich bin schwanger«, lasse ich die Bombe platzen. In seinen Augen zeichnet sich zuerst Schock ab, der sich dann in pure Liebe verwandelt. Ein Freudenschrei entfährt ihm, bevor er mich fest in seine Arme zieht und meinen Bauch küsst. Lachend fahre ich ihm durch die dichten Haare.


»Riyad,«,flüstere ich lachend, »Hira schläft. Hör auf so laut zu schreien, es sei denn, du möchtest ihr ein fünftes Mal ‚Tinkerbell‘ vorlesen.«,


»Verdammt... Baby«,erwidert er, seine Stimme gefüllt mit Emotionen, »Ich bin so unglaublich glücklich. Es ist mir egal, wie oft ich ‚Tinkerbell‘ vorlese, ich würde es tausendmal tun, denn dieses kleine Wesen, das ist mein Kind. Kannst du das glauben? Mein Kind. Du bist das Beste, was mir je passiert ist, Bara. Es ist einfach unglaublich, dass all diese schlechten Tage vorbei sind, und jeden Tag überwältigt mich das Glück, dass du an meiner Seite bist. Ich verdiene das alles nicht und dann...«


Bevor er weiterreden kann, setze ich mich auf seinen Schoß und unterbreche ihn mit einem leidenschaftlichen Kuss, der die Worte in meinem Herzen ersetzt und unsere Verbundenheit auf eine tiefere Ebene bringt. Brummend packt er mich an meinem Hintern und lässt mich seine Erregung spüren, die deutlich wächst. Verdammt, mein Verlangen, von ihm ausgefüllt zu werden, wird immer stärker, denn auch ich bin deutlich feucht. Während er mir gerade in die Unterlippe beißt und das Blut aufsaugt, reibe ich mich an ihn, lasse ihn meine Nässe spüren.


»Fick mich«, hauche ich zwischen unserem Kuss. Riyad grinst, bevor er uns umdreht und ich unter ihm liege. Seine langen Fingerkuppen streichen mir über die angeschwollenen Lippen, bevor er sich bückt und meinen Hals sanft küsst. »Bitte mich darum«. Fuck. Seine Bambi-Augen leuchten wie lodernde Flammen, und in ihnen spiegelt sich reines Verlangen wider mich hart und voller Leidenschaft zu nehmen, mich bis zur Erschöpfung zu ficken. Und ich liebe es, denn genau das ist es, was ich will. Ich sehne mich danach, von ihm erfüllt zu werden, genauso wie ich es mir wünsche, dass unsere Liebe niemals endet. Denn für ihn würde ich mein Leben geben, genauso, wie er es für mich tun würde - und bereits getan hat.

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Bara »Du bist manchmal echt ein Arschloch«, sage ich lachend und betrete das Haus. Riyad schnaubt verärgert und schlägt die Tür etwas zu hart zu. Die Lichter im Flur erhellen die dunkle Nacht, die Uhr

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